BSL-Weihnachtsbrief 2010
(Brief als PDF-Download )


Luzern, im Advent 2010

Sehr geehrte Leserin
Sehr geehrter Leser
Liebe Freunde der Bächler-Sidler AG

Viele Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, mindestens einmal im Jahr die vergangenen Monate etwas Revue passieren zu lassen. Auch wir. Was war gut, was weniger, was hat uns bewegt, was hat uns Freude gemacht? Vor allem Letzteres gibt uns doch immer wieder Kraft und Zuversicht um Alltagsprobleme zu lösen, in einem rauen Wettbewerb zu bestehen, Ideen für neue Projekte zu finden und uns nach vorne zu orientieren. Dass Sie auf viele solcher freudigen Begebenheiten zurückblicken können, wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen.

Wieso, das fragen wir uns aber doch, sind positive Meldungen denn so selten? Für jedes Unglück, für jedes wirtschaftliche Fiasko, für jede Pleite, für alle diese politischen Fehlentscheide werden von den Berichterstattern Seiten gefüllt, stundenlange Sendungen gemacht und für alles und jedes ein Sündenbock gesucht. Lenken wir, oder eben unser Bedürfnis nach solchen Informationen, damit nicht nur von unseren eigenen Fehlern ab? Ohne unsere Lust nach immer verrückteren Dingen gäbe es keine halsbrecherischen Wetten in Unterhaltungssendungen, ohne unsere Gier nach noch mehr Reichtum gäbe es keine waghalsigen Entscheide von Bankern und Finanzjongleuren, ohne unser Bedürfnis nach unstillbarem Vergnügen wäre unser Zusammenleben sehr viel friedlicher und nicht so exzessiv in vielen Dingen.

Möglicherweise sind dies alles Gedanken von einem etwas in die Jahre gekommenen Autor mit vielen persönlichen Ängsten und Bedenken. Darum möchten wir auch bewusst an die Zukunft einer neuen Generation denken, die unser weiteres Leben prägen wird. Und da gibt es sehr viel Freudvolles festzustellen. Bezogen auf unseren Betrieb sehen wir eine neue Generation am Werk mit sehr viel Selbstbewusstsein und Engagement bei der Ausführung ihrer Aufgaben. Sie sind lösungsorientiert und hilfsbereit, sind positiv gegenüber sinnvollen Veränderungen.

Sie sind leistungsorientiert aber nicht in dem Sinne, den Überfluss in vielen Dingen noch zu vermehren. Sie hinterfragen Entscheide und prüfen die Verhältnismässigkeit zu Umwelt und Ressourcen. Sie akzeptieren nicht alles und jedes was wir für gut befinden und bringen uns so oft auf neue Gedanken.

Wenn wir heute über diese scheinbar unvernünftige Jugend herfahren, sollten wir doch bedenken, dass wir ältere Generation dies vielfach selber zu verantworten haben. Wie viele Eltern haben noch die nötige Zeit, sich ihren Nachkommen zu widmen? Alles was problematisch sein könnte wird dem Staat überbunden. Und da hat man dann wieder einen beliebten Sündenbock, wenn es nicht so herauskommt wie von uns gewünscht.

Es mag sein, dass die jungen Menschen von heute ihren Lebensrythmus so wählen, der uns die sonst gewohnte Hektik vermissen lässt. Ist es aber so schlecht, wenn man den eigentlichen Freuden des Lebens mehr Aufmerksam schenkt als der unbändigen Vermehrung von vermeintlichem Reichtum, der sich sowieso und irgendwann in Nichts auflösen wird? Natürlich bedeutet dies auch einen Verzicht auf dies und das aber möglicherweise eine Rückgewinnung unseres eigentlichen Lebens.

Auch wenn wir Vorstösse ins Weltall unternehmen, alternative Lebensformen suchen, Forschung für dies und jenes machen, so dürfen wir die Augen nicht davor verschliessen, dass wir nur eine Welt haben und wenn wir uns diese auch noch für kommende Generationen als Lebensraum erhalten wollen, müssen wir unseren Wahn nach noch mehr Wachstum, Annehmlichkeiten und materiellen Reichtum dramatisch einschränken.

Und damit möchten wir wieder überleiten in die Adventszeit. Wie haben wir uns als Kinder darauf gefreut, das kommende Weihnachtsfest in Ruhe und Gemeinsamkeit in der Familie zu erleben. Wir haben kleinste Geschenke für unsere Eltern und Familienangehörige gebastelt und waren gleichzeitig voller Erwartung darauf zu erfahren, was das Christkind wohl uns schenken wird. Es gab keine Städteflüge, keine mondänen Weihnachtsferien, keine Champagnerpartys, keine Geschenkorgien. Aber es gab Kerzenlicht, Wärme, Geborgenheit und ganz viel Liebe.

Mögen heute die Umstände etwas anderes sein, beeinflusst von wochenlanger Werbung und ungebändigtem Konsumverhalten, so wünschen wir Ihnen und ihren Mitmenschen doch ein erfüllendes, ruhiges Weihnachtsfest und ein neues Jahr mit vielen Freuden, Gesundheit und innerem Frieden. Wir wünschen Ihnen ein etwas beschaulicheres Tempo in vielen Situationen und damit ganz viel mehr Zeit zum Leben.

Wir verbinden damit unseren Dank für ihre Treue zu unserem Unternehmen und damit zu allen unseren Mitarbeitenden, ob jung oder alt.

Bächler – Sidler AG Luzern

Roman Bächler
Albert Bucheli
 
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